Balance für Reiter und Pferd


Hier zeigt Heroi, mein jüngster Lusitanohengst, ein "aktives Maul". Dank des lockeren Nasenriemens kann er abkauen, die Nase kraus ziehen und die Zähne zeigen. All dies sind klare Zeichen dafür, dass er konzentriert und bei der Sache ist, bzw. war. Das Gebiss klappert, wir können Zunge und/ oder Zähne sehen. Auf diese Weise zeigen uns die Pferde, dass sie zufrieden sind und sich wohl fühlen und vielleicht etwas Neues zu verarbeiten haben, was wir ihnen bei der Handarbeit oder beim Reiten gezeigt haben. 

Die Arbeit an der Hand gehört an den Beginn jeder Reiteinheit. Das Pferd ohne Reitergewicht locker zu machen, zu dehnen und ihm Gelegenheit zu geben, sich auf die folgende Arbeit einzustellen ist wesentlicher Bestandteil der klassischen Ausbildung, der ich mich mit ganzem Herzen verschrieben habe. Kein Reiten ohne Handarbeit, lieber mal Handarbeit ohne Reiten. Nur so können wir unsere Pferde auf faire Weise darauf einstimmen, geritten zu werden. Kein V/A oder wer-weiß-wie-lange Schritt am langen Zügel! 

Flexionen - für das ungeübte Auge vielleicht etwas merkwürdig anzusehen, diese starke Dehnung der Halsmuskulatur.  Es handelt sich um eine wertvolle und wichtige Gymnastik, die ich meinen Pferden und auch meinen Reitschülern zu Beginn jeder Reiteinheit empfehle. Allerdings bitte zunächst nur unter fachkundiger Anleitung! Ausgiebiges Dehnen dient dem Geschmeidigmachen des gesamten Pferdekörpers. Das Pendant zur Flexionierung ist die Mobilisation, die ich in einem weiteren Beitrag vorstellen werde. Anhand des Grades der möglichen Abstellung lassen sich auch individuelle Asymmetrien des Pferdekörpers erkennen und sie geben mir Impulse für das tägliche Training.  In den folgenden Tagen werde ich zu den teilweise recht ungewohnten Übungen noch etwas mehr berichten.